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Ausstellung im Fliedner-Haus

 

Die Mal- und Kreativrunde im Fliedner-Haus stellt vom 15. März bis 19. April 2018 erstmals ihre Werke aus. Zwölf Senioren-KünstlerInnen nehmen seit August 2017 an diesem Angebot teil. Die in den vergangenen Monaten entstandenen Bilder – hauptsächlich Aquarelle – werden nun im Eingangsbereich des Senioren- und Pflegeheims der Diakonie Neuss gezeigt.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 15. März um 10:30 mit einer Vernissage eröffnet. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.

 

ausstellungsplakat maerz2018 500x638Seit August 2017 gibt es die „Mal- und Kreativrunde“ im Fliedner-Haus der Diakonie Neuss. Bis zu zwölf Seniorinnen und Senioren versammeln sich allwöchentlich, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen – einer Kreativität, von der manche gar nicht wussten, dass sie in ihnen schlummert, oder die sie abtaten mit Sätzen wie „Ach, das ist nichts für mich, ich konnte noch nie malen!“.
Die 80-jährige Sigrid Neupert ist eine der Senioren-Künstlerinnen, die anfangs mehr aus Zufall oder Neugierde in das Angebot von Kay Strathus, Betreuer im Sozialen Dienst des Fliedner-Hauses und Grafiker, hinein schnupperte.

„Ich bin da aus Neugierde hingegangen“, sagt sie heute. „Ich hatte noch nie etwas mit Malen und Zeichnen zu tun, ich hab gedacht, das kann ich sowieso nicht. Heute muss ich sagen: ich hätte nie gedacht, dass mir das so viel Spaß macht! Wenn man sich nach einiger Zeit die Bilder wieder anschaut, ist man überrascht, wieviel Ansehnliches da entstanden ist".

Wie ihr geht es wohl den meisten der betagten Künstlerinnen und Künstlern dieser Malrunde. Die entstandenen Bilder – in der Hauptsache Aquarelle – stellen eine farbenfrohe, teilweise explosiv bunte Mischung individuellen Experimentierens mit Form und Farben, mit den Möglichkeiten der Aquarelltechnik dar. Tiere, Fabelwesen, Dämonen und freie Farbflächen und –muster wechseln sich ab mit transparenten, luftigen, frühlingshaften Kompositionen, die freundliche Landschaften und harmonische Natur zeigen.
Nahezu alle Bilder geben einen Eindruck von der Freude wieder, mit der die einzelnen KünstlerInnen zu Werke gegangen sind. Ebenso meint man in einigen Aquarellen oder Stiftzeichnungen die inneren Welten des Künstlers zu spüren – Welten, in denen es nicht immer nur friedlich und harmonisch zugeht.

„Das ist hier kein Zeichenunterricht“, sagt Kursleiter Strathus, „hier geht es darum, durch den Spaß am Vorgang des Malens und Zeichnens, durch das Aufgehen im Moment der Entstehung eines Bildes, die individuelle Kreativität hervorzulocken oder zu reaktivieren. Wenn hinterher oft ansehnliche und schöne Bilder entstehen, ist das ein schöner Nebeneffekt. Am wichtigsten ist die künstlerische Betätigung und das Entdecken der eigenen kreativen Möglichkeiten.“

Gerade für Menschen mit unterschiedlichen Formen von Demenz, so der Kursleiter, könne der künstlerische Ausdruck mit Farben und Stiften ein Weg aus der dementiellen Isolation sein, in die Leute geraten, deren Welt mehr und mehr aus den Fugen gerät und zerfließt.
Haptik, Technik, Merkmale und Eigenschaften speziell der Aquarelltechnik, bei der eins ins andere übergeht und keine klaren Grenzen existieren, scheine Menschen mit Demenz besonders zu liegen. Zumindest für die Zeit der Gruppenaktivität seien diese Menschen in Verbindung mit der Welt um sie herum und zu einem gewissen Grad in Einklang mit sich selbst.

Es nehmen allerdings nicht nur Menschen mit Demenz an der Malrunde teil. Deren Anteil in Alten- und Pflegeheimen betrug bereits 2008 bei 50%, heute dürfte er noch darüber liegen. Auch die Malrunde im Fliedner-Haus bildet in ihrer Zusammensetzung dieses Verhältnis ab.

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