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Tierische Begleiter im Fliedner-Haus

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Was aussieht wie eine Formation der Bremer Stadtmusikanten, ist in Wirklichkeit viel mehr: Im Wohn- und Begegnungszentrum Fliedner-Haus in Neuss sind tierische Therapeuten im Einsatz.

Stolz plustert sich das Gefieder von King Louie auf, hat er doch einen guten Ausblick auf dem Rücken von Leica. Der Hahn und das Shetland-Pony sind ein eingespieltes Team. Gemeinsam mit den Kaninchen und Meerschweinchen statten sie dem Fliedner-Haus, einer stationären Pflegeeinrichtung der Diakonie in Neuss, regelmäßig Besuch ab. Ihr Besitzer ist Gregor Kryk. Als gelernter Altenpfleger ist er seit einigen Jahren mit seinen Tieren unterwegs, vor allem in Einrichtungen für Senioren und behinderte Menschen. Immer wieder macht er die Erfahrung, wie sehr die Menschen von den Tieren profitieren. Das ProEhrenamt-Projekt „Schutzengel- Taler“ unterstützt die tiergestützte Therapie mit den gesammelten Spenden.


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„Da steht ein Pferd auf‘m Flur ...“

 

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Pony Leica besucht die Bewohner in ihren Zimmern.

Eine besondere Begegnung

Es ist ein Freitagnachmittag im Neusser Stadtteil Gnadental. In einer ruhigen Seitenstraße befindet sich das Fliedner-Haus, eine vollstationäre Altenpflegeeinrichtung mit Platz für über 70 Senioren unterschiedlichen Betreuungs- und Pflegebedarfs. Aber es ist kein gewöhnlicher Nachmittag. Denn Herr Kryk hat sich angekündigt. Und er kommt nicht allein: Gemeinsam mit seinen vierbeinigen Helfern und dem Hahn besucht er heute die Tagesund stationäre Pflege. Sein Konzept „Panuba“ steht für eine besondere Form der Therapiearbeit. „Ich komme immer wieder gerne ins Fliedner-Haus. Die Begegnungen sind so positiv!“, erzählt der gelernte Altenpfleger.

Ein Hahn auf dem Schoß und ein störrisches Hausschwein namens Bacon

Als Kryk im Fliedner-Haus eintrifft, warten die Senioren aus der Tagespflege schon ganz gespannt im Stuhlkreis. „Bacon konnte ich heute leider nicht überzeugen, mit uns im Anhänger mitzufahren. Dafür habe ich aber einen riesen Wurf Kaninchen mit dabei. Ich weiß gar nicht mehr wohin mit dem ganzen Nachwuchs“, scherzt Kryk. Sich wohlfühlen, Glücksgefühle erfahren, eine Reise in die „bekannte“ Vergangenheit mit allen Sinnen unternehmen. Die tierischen Helfer sind gern gesehene Gäste. „Mir geht es darum, ältere Menschen zu aktivieren, zu motivieren und ihre bestehenden Ressourcen zu erhalten“, meint Kryk überzeugt. „Ich bin immer wieder beeindruckt davon, was die Tiere bei den Menschen bewirken können. In der Begegnung mit Pony, Hahn und Co. können die Senioren ihr Gefühl der Einsamkeit ablegen. Wir nehmen ihnen die traurige Erfahrung der Isolation und nicht zuletzt erreichen wir diejenigen, die sich nicht mehr verbal mitteilen können. Sie kommunizieren auf ihre ganz eigene Weise mit den Tieren.“

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Stolz posiert King Louie auf dem Schoß einer Bewohnerin.

Streicheleinheiten für alle Sinne

Die tiergestützte Arbeit hat Gregor Kryk schon während seiner Ausbildung zum Altenpfleger kennengelernt, vor allem hat ihn die Tiertherapie bei Menschen mit Demenz interessiert. Also spezialisierte er sich darauf. „Mit Hilfe der Tiere eröffnen wir Pflegekräften und Angehörigen die Chance, intensiver mit Betroffenen in Interaktion treten zu können. Durch diese ‚Streicheleinheiten für alle Sinne‘ können wir die Lebenssituation für Menschen mit Demenz positiv beeinflussen.“ „Ich bin immer wieder angetan, wie toll sich die Tiere für die Therapie eignen“, erzählt Melanie Buss, Leiterin des Sozialen Dienstes, und blickt auf Hahn Louie, der es sich derweil auf dem Schoß einer Seniorin bequem gemacht hat. „Der Besuch von Herrn Kryk ist immer ein echtes Highlight. Das fördert die Konzentrationsfähigkeit enorm. Natürlich sind manche Bewohner zurückhaltender als andere, aber das ist auch vollkommen in Ordnung. Bei uns hat Herr Kryk immer ganz ruhige Tiere mit im Gepäck, die auch mal einschlafen.“

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Gregor Kryk animiert die Bewohner, mit den Tieren zu interagieren.

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